Druckgraphiken und Plakate sind verwandte Kunstformen. Beide werden in einer Drucktechnik auf Papier vervielfältigt. Beide erscheinen in – zum Teil recht hohen – Auflagen. Beide transportieren Ideen, seien diese künstlerisch, werbend oder auch kommerziell. Beide werden von Spezialisten und Spezialmuseen gesammelt, weil sie ästhetisch und inhaltlich ihre Zeit, die Vorstellungen und Handschrift eines bestimmten Künstlers, ein kulturgeschichtliches Umfeld dokumentieren – und oft, weil sie einfach schön sind. 

Die meisten Plakate sind Verbrauchsmaterialien, es gibt sie umsonst. Druckgraphiken erscheinen dagegen als teuer, doch stellen sie im Gesamtgefüge des Kunstmarktes ein eher niedrigschwelliges Angebot für einen breit gefächerten Käuferkreis dar. Künstler, die Graphiken auflegen, wollen ihre Ideen und ihr Werk „unter die Leute bringen“.  So ist es nicht verwunderlich, dass es vor allem in den zwanziger und in den siebziger Jahren, also in Zeiten, in denen die Sozialpolitik und die Idee „Bildung für alle Menschen“ eine große Rolle spielten, es einen Boom von Druckgraphik – und interessanterweise auch von besonders aussagekräftigen Plakaten gab. 

In seiner Sammlung hat sich Dr. Franz-Joachim Schultz auf Plakate von Kulturveranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte oder Theater/Literaturevents konzentriert. Sein „Kleines Plakatmuseum“ war 1986 mit der Ausstellung "Literatur und Plakat" eröffnet worden und hatte sich in Bayreuth und darüber hinaus bald einen Namen gemacht. In über 25 Jahren trug sein Leiter mehr als 16.000 Plakate zusammen.

2007 schenkte der Sammler der Stadt Bayreuth seine gesamte Plakatsammlung. Im Gegenzug übernahm die Stadt für fünf Jahre die laufenden Kosten des Museums. Seit 2012 hat die Plakatsammlung ihren neuen Ort im Kunstmuseum Bayreuth. Mittlerweile wird hier ein Bestand von über 18.000 Plakaten bewahrt und erforscht. In regelmäßigen thematischen Plakat-Ausstellungen soll in den nächsten Jahren sukzessive der Forschungsstand des Museum an dieser umfangreichen Sammlung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die erste Ausstellung „OHNE BILDER“ widmet sich den reinen Schriftplakaten.

2013 hat Dr. Schultz in den Räumen des ehemaligen Plakatmuseums ein neues Museum gegründet: das „Andere Museum“. 

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Weitere Plakate finden Sie im Austellungskatalog Plakate: Ohne Bilder