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… bis zu Liebermann und Corinth
Anna Recker: Plan, Spiel, Theorie


Film: Impressionen zur Austellung "… bis zu Liebermann und Corinth" – Die Sammlung Hermann Hugo Neithold an der Schwelle zur Moderne


… bis zu Liebermann und Corinth – Die Sammlung Hermann Hugo Neithold an der Schwelle zur Moderne

Vom 27. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019 – Kunstmuseum Bayreuth

Hermann Hugo Neithold (Leipzig 1862 – 1939 Zürich), ein erfolgreicher Prokurist der Zwickauer Spinnereibetriebe, verfügte beim Eintritt in seinen Ruhestand über ein beachtliches Vermögen, das er zu großen Teilen in Kunstbesitz anlegte. Mit dem Umzug nach Dresden konnte er ab 1916 die dortige Ausstellungs- und Galerieszene für seine Erwerbungen nutzen. In einem Zeitraum von zwanzig Jahren schaffte er es, mit Kompetenz und Geschmack eine Sammlung von über 50 Gemälden zusammenzutragen, darunter Werke von Defregger, Diez, von Rohden, Spitzweg, Stadler, Trübner, Liebermann und Corinth.

Durch glückliche Umstände blieb diese Sammlung bis heute in ihrer Grundstruktur erhalten. Eine Auswahl daraus ist nun im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen. Von seinen ersten Erwerbungen um 1910 an bevorzugte Hermann Hugo Neithold eine Malerei, die vertraute Inhalte gegenstandstreu veranschaulicht. In seiner Sammlung sind daher alle konventionellen Gattungen vertreten, wobei die Landschaften den größten Anteil bilden, gefolgt von den Stillleben und den Porträts. Hier traf er sich mit jenen eher konservativ gesinnten bürgerlichen Sammlern, die in der Kunst keine Auseinandersetzung mit der Gegenwart oder der Geschichte suchten. Vielmehr wollten sie vor Werken zur Ruhe kommen, die ihnen die Möglichkeit zur Identifikation boten.

Neithold beschränkte sich strikt auf die zeitgenössische deutsche Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Hierbei konzentrierte er sich – wie viele andere Sammler auch – auf die Münchner
Malerschule, die er dann um einzelne Künstler der Berliner und Münchner Sezession ergänzte. Mit den Vertretern des Deutschen Impressionismus, wie etwa Lovis Corinth und Max Liebermann, erreichte er die Grenze seines künstlerischen Geschmacks. Besonderen Wert legte er bei seinen Erwerbungen auf die technische Ausführung und – mit zunehmendem Kunstverständnis – auf eine ausgeprägte Individualität der malerischen Handschrift.

Die hier gezeigte Privatsammlung bezeugt somit die Kunstbegeisterung und die Geschmackskultur eines bürgerlichen Kaufmanns um 1900. Sie verkörpert sozusagen die Kunst an der Schwelle zur Moderne. (Zitat Ausstellungskatalog) Mit dieser Ausstellung läutet das Kunstmuseum Bayreuth das Jahr 2019 und sein Programm zu seinem 20. Museumsgeburtstag ein. Von Beginn an bildete die Sammlung der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung mit ihrem Fokus auf der Kunst der Moderne das Herz des Kunstmuseum Bayreuth. Viele private Stiftungen und Sammlungen haben in den letzten Jahren den Bestand in diesem Bereich ergänzt. Für die ausstellungsbegleitende, reich bebilderte Publikation wurde die Sammlung von Dr. Tilo Grabach (Kunstsammlungen und Museen Augsburg) und Uwe Heckmann (Hamburg) wissenschaftlich aufgearbeitet. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm begleitet die Ausstellung.


Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
Diesen können Sie PDF-Datei herunterladen.


Film: Impressionen zur Austellung "Anna Recker: Plan, Spiel, Theorie


Anna Recker: Plan, Spiel, Theorie

Vom 9. Januar bis 22. Februar 2019 – Ausstellungshalle Neues Rathaus

In unserer jährlichen Reihe mit Ausstellungen zum Thema „Kunst und Raum“ in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus zeigt die luxemburgische Künstlerin Anna Recker (geboren 1949 in Bad Laer bei Osnabrück, Folkwangschülerin und Meisterschülerin bei Heinz Trökes an der Berliner HDK) im Januar und Februar 2019 Rauminstallationen, die auf die Grundform des Dreiecks zurückgehen. Nach HD Schrader, Peter Vogel und Ulrich Behl ist sie die erste Künstlerin, die diesen Raum, die Ausstellungshalle im Neuen Rathaus, zu einem Gesamtkunstwerk verwandelt.

Die Ausstellung von Anna Recker heißt „Plan – Spiel – Theorie“. Und in der Tat sind ihre Werke hier nicht nur anzuschauen – es gibt auch einige Objekte zum Spielen! In der die Ausstellung begleitenden Publikation „Geometrische Geschichten“ führt Eva-Maria Reuter die Arbeiten von Anna Recker auf die „Platonischen Körper“ zurück. Doch geht es Recker nicht um die Visualisierung von mathematischen Prinzipien, sondern um die sinnliche Erfahrbarkeit dieser Prinzipien zwischen Chaos und Ordnung, Einfachheit und Komplexität, Teilhaftigkeit und Ganzheit, denn „das Komplexe ist aus einer großen Zahl von Einfachem zusammengesetzt“. (Recker)

In ihren Installationen, Zeichnungen und Bildern verwendet Anna Recker vor allem Formen, die sich aus dem Dreieck ableiten lassen. Oft variiert sie das Dreieck, vervielfacht es zum Sechseck, das sie dann wieder in zahlreichen parallelen Möglichkeiten erkundet. In der Natur kommt das Hexagon in der Wabenstruktur der Bienen und mancher Pflanzenblätter vor, und es findet sich grundsätzlich auch in der Wellenbewegung des Wassers.

Das „Triangulum“ ist die einfachste Form in der Fläche, es spielt eine bedeutende Rolle in der Mathematik. Das Dreieck gilt in der Geometrie als Form der besonderen Harmonie. Aus ihm lässt sich der Goldene Schnitt errechnen. Mit der Dreiecksform verbinden sich auch die ältesten religiösen Symbole wie das allsehende Auge Gottes, die Dreifaltigkeit, das Symbol des Logos und das Symbol der hinduistischen Göttin Lakshmi.

In der Ausstellung verbindet Anna Recker Mathematik, Ästhetik und Bedeutung. Feste und freie Form, gefügte Ganzheit und spielerische Vielfalt der Möglichkeiten ergänzen einander. In Zeichnungen und in den – oft im Spiel mit räumlichen Irritationen – bezeichneten Objekten werden Fläche und Raum durcheinandergebracht. Raum und Zeit verschlingen einander in Möbiusbändern, die mit ihrer scheinbar verdrehten Logik auf die Ver-
drehung von Werten hinweisen. Recker versteht die Möbiusschleife als „ringförmiges Paradox der 3. Dimension, das nur eine Oberfläche hat und bei einer Teilung neue Welten offenbart.“


Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
Diesen können Sie PDF-Datei herunterladen.


Ausstellungshalle Neues Rathaus
Luitpoldplatz 13, Bayreuth

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr
Freitag 9 bis 15 Uhr

Juli / August auch Samstag und Sonntag
14 bis 17 Uhr