Film: Bernd Schwankl und Christian Bäß

„Art as an Argument“ Brian O'Doherty / Patrick Ireland und die Amerikanische Kunst nach 1945 aus der Sammlung Barbara Novak und Brian O’Doherty im Irish Museum of Modern Art, Dublin

Vom 3. Juli bis 13. Oktober 2013 im Kunstmuseum Bayreuth

Im Richard Wagner –Sommer 2013 zeigt das Kunstmuseum Bayreuth eine zweigeteilte Ausstellung Amerikanischer Konzept- und Minimal-Kunst aus der Sammlung O’Dohertys / Novak mit Arbeiten von Edward Hopper and Marcel Duchamp bis Christo, Cornell, Feldman, Levine, LeWitt, Lichtenstein, Rauschenberg, Rosenquist oder Segal und dazu eine erste große Präsentation von Arbeiten Brian O’Dohertys / Patrick Irelands.

Für Brian O’Doherty ist Kunst zugleich Argument und Streitpunkt – auf jeden aber Fall immer Kern der Auseinandersetzung. Sein Kunstkonzept spiegelt sich wieder in einer sehr persönlich geprägten Sammlung amerikanischer Konzept- und Minimal-Kunst der sechziger und siebziger Jahre, die er zusammen mit seiner Frau, der bekannten amerikanischen Kunsthistorikerin Barbara Novak, anlegte, aus der beide 2010 ein großes Konvolut an das Irish Museum of Modern Art in Dublin gaben.

1928 geboren, hatte der Medizinstudent Brian O’Doherty 1957 Irland verlassen, um in Harvard seine Studien zu vervollständigen. Bereits in Irland war er auch künstlerisch tätig gewesen, in New York der sechziger Jahre verschrieb er sich ganz der Kunst. Mit seinen Interviews, Filmen und Essays („Inside the white Cube“, „American Masters - The Voice and the Myth“) schrieb er Kunstgeschichte, seine Schriften sind auch an deutschen Universitäten präsent. Als Künstler nahm er verschiedene Personae mit unterschiedlichen Perspektiven an, mit denen er Wahrnehmungsstrukturen thematisierte und ironisierte

In O’Dohertys Werk verbinden sich mit Zeichnung und Installationen, Inszenierungen und „Impersonationen“. Beeinflusst wurde er v. a. durch Marcel Duchamp, mit dem er befreundet war. Bahnbrechende Arbeiten der Zeit zwischen Minimal und Konzept-Kunst wie PORTRAIT OF MARCEL DUCHAMP, 1966-67, ein Kardiogramm mit Duchamps Herzschlag, sind in der Ausstellung zu sehen, ebenso wie ein CHESS PIECE, auf dem an verschiedenen Terminen (link: Termine) seine Schach-Performances stattfinden.

Wie Duchamp hinterfragt O’Doherty die Normativität von Künstler, Werk, Museum und Kunstmarkt. Sein künstlerisches Werk stellt einen wichtigen Beitrag der Amerikanischen Konzeptkunstszene, seine verschiedenen Personae thematisieren Wahrnehmungsfragen.

O’Dohertys Werk ist eng mit seiner Heimat Irland verbunden, so sehr, dass er 1972, nach dem Blutsonntag in Derry die Persona „Patrick Ireland“ annahm, und 36 Jahre lang seine Werke nur unter diesem Namen signierte, bis er sie 2008 in Dublin im Rahmen eines Happenings zu Grabe trug. In den OGHAM SCULPTURES und in LABYRINTH setzt er sich mit den Minimalstrukturen Alt-Irischer Kultur auseinander, “IN THE WAKE (OF)” reflektiert die Konzeptionelle Sprache Irischer Literatur, vor allem bei James Joyce.

Neben Werken aus der Sammlung Novak/O'Doherty sind weitere Arbeiten von der Galerie Thomas Fischer, Berlin, der Hugh Lane Gallery in Dublin und aus New York zu sehen - und für einen der Barockräume realisierte der Künstler außerdem eines seiner berühmten „rope drawings“:  ISOLDE SAILS, das speziell für die Räume im Kunstmuseum Bayreuth konzipiert wurde und sich auf die Gestaltung der Decken im Alten Barockrathaus bezieht. Bei der Eröffnung seiner Ausstellung schenkte es der Künstler der Stadt Bayreuth.

Die Ausstellung regt dazu an, den ganz persönlichen Erfahrungen von Brian O’Doherty und Barbara Novak mit den Künstlern im New York der sechziger und siebziger Jahre, der Zeit von Vietnamkrieg und „Watergate“ und im Ausklingen des Abstrakten Expressionismus, als Bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller zwischen Pop Art und Op Art die Wahrnehmung der Wirklichkeit auf den Prüfstand stellten.     

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
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