Film: Impressionen zur Ausstellungseröffnung – 25. Oktober 2015


Guido Reni trifft Andy Warhol aus der Sammlung Francesco Martani

Vom 25. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016 im Kunstmuseum Bayreuth

Barock und Moderne im Alten Barockrathaus – wieder einmal wirft das Kunstmuseum Bayreuth einen Blick zurück in die Kunstgeschichte.
Die Privatsammlung des Mediziners, Mäzens und Malers Francesco Martani aus Mantua zeichnet eine außergewöhnliche Qualität und Individualität aus. Sie reicht von Meistern des italienischen, französischen und niederländischen Barock, wie Annibale Carracci, Guido Reni, Il Guercino, Bernardo Strozzi, Anthonis van Dyck bis zu herausragenden Vertretern der europäischen und amerikanischen Moderne, angefangen mit dem italienischen Futurismus (Depero, Balla, Carrà) über die Meister der Abstraktion und Konkretion (Klee, Mondrian, Malewitsch, Dorazio), der Pittura Metafisica (De Chirico, Magritte, Morandi) und das Informel (Appel, Jorn) bis zur amerikanischen Non-Relational Art (de Kooning, Noland) und Pop Art (Warhol).
Eingebettet in einen eindrucksvollen Skulpturengarten ist die Sammlung Francesco Martani im Museum Ca’ la Ghironda bei Bologna beherbergt. Erstmals ist sie nun an nur zwei Stationen – in Paderborn und Bayreuth – in Deutschland zu sehen.
Ein breiter Fächer von Portraits, Heiligenbildern, Landschaften und Still-Leben breitet sich in der Kunst des Barock aus. Heldengeschichten wechseln sich ab mit Bildern einer angehaltenen Zeit, perspektivische Weite mit emotionaler Nähe. Die Moderne ist eine überaus vielgestaltige Kunstrichtung sich widersprechender Avantgarden, von der wir trotz zahlreicher Post-Modernen nicht sagen können, ob sie ihr Ende bereits gefunden hat. In der Ausstellung wird deutlich, dass die Wurzeln der Moderne bis weit in die Kunst des Barock zurückreichen und dass das Barock oft sehr modern wirkt.
Trotz aller kulturgeschichtlich geprägten Unterschiede in der Darstellungsform, eint die Kunst die Vorstellung, dass jenseits der Dingwelt ein Geheimnis zu finden sei. Künstler aller Zeiten haben versucht, dieses einzufangen und versuchen es bis heute. Die Werke von Carracci oder Mondrian, von Francia oder Magritte, von Reni oder Warhol dieser Ausstellung sind hierfür sprechende Beispiele.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog. Für alle Altersgruppen thematisiert ein umfangreiches Vermittlungsprogramm verschiedene Aspekte der Ausstellung in Führungen und praktischen Kursen. Ein lehrplanorientiertes Programm für Schulklassen ergänzt die Veranstaltungen.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
Diesen können Sie PDF-Datei herunterladen.


Hannsjörg Voth / Ingrid Amslinger: Jenseits der Zeit

Vom 14. Februar bis 12. Juni 2016 im Kunstmuseum Bayreuth

Erstmals sind nun im Kunstmuseum Bayreuth die archaisch anmutenden Zeichnungen von Hannsjörg Voth und die poetischen Schwarzweiß-Fotografien der marokkanischen Marha-Ebene von Ingrid Amslinger gemeinsam zu sehen.
Hannsjörg Voth wurde durch seine großen Landschaftsobjekte bekannt. Schon 1977 war er mit einem 30 m langen Floß, darauf eine riesige Mumie mit einer Bleimaske, den Rhein hinab ins Meer gefahren. Im Ijsselmeer hatte er 1978 – 81 in einer archaischen Pfahlpyramide gelebt und ein „Boot aus Stein“ geschlagen. Er beteiligte sich an zahlreichen Symposien der Land Art und realisierte in den letzten 25 Jahren in der Wüste der marokkanischen Marha-Ebene drei architektonische Großskulpturen: die „Himmelstreppe“ mit den geschmiedeten Eisenflügeln, die „Goldene Spirale“, die sich langsam aus dem Sand heraus erhebt, um sich schließlich in ihrem Zentrum in die Erde zu bohren und die „Stadt des Orion“, deren abgestufte Türme der Helligkeit der Himmelskörper im Sternbild entsprechen.
Die Werke und ihr Entstehen wurden begleitet und dokumentiert durch seine kongeniale Partnerin, die Fotografin Ingrid Amslinger. In ihren eindringlichen Bildern hat sie festgehalten, was vergänglich war oder zerstört wurde. In den hier gezeigten Schwarzweiß-Fotografien ist vor allem die einzigartige, weite Wüstenlandschaft zu sehen: Steine und Sandstrukturen, das flirrende Licht der Sandstürme und die absolute Klarheit der Formen, den Horizont und die bewegten, hohen Himmel. Hier klingen Weite, Tiefe und Nähe, scheinbar Unveränderliches und beständige Veränderung zusammen.

Anders als in diesen Fotografien spielt in den Zeichnungen von Voth die Wüste selbst keine Rolle, wohl aber die Bildwelt archaischer, nomadischer Kulturen. Voth hat von klein auf gezeichnet. Weithin bekannt sind seine Projektzeichnungen, oft auf Transparentpapier, die gleichermaßen exakt und impressionistisch – als „Partituren für eine Inszenierung“ (Heinz Neidel) – wirken. Die hier gezeigten freien Zeichnungen, die mit vorgefundenen Materialien, Erden und Sand, Kohle und Wasserfarben, Stiften und Fingern in der Einsamkeit der selbst entworfenen Wüstenbauten entstanden, unterscheiden sich davon grundlegend.

Tiermenschmischwesen bevölkern diese Blätter, Insekten und Schlangen, Ziegen und Antilopen, Panther und Löwen, Hunde oder Schakale. In dieser wilden Welt gibt es Jäger und Gejagte, oftmals ununterscheidbar durch Linien miteinander verflochten. In jedem Jahr hat Voth mehrere Monate lang in Marokko gelebt, gearbeitet und gezeichnet. Nacheinander entstanden hier verschiedene Zeichnungen: „Wasserfarben“ – aquarellartige Pinselzeichnungen in der „Himmelstreppe“ mit dem Brunnen, den die Nomaden als „Hassi Romi“ (Brunnen der Römer = Europäer) bezeichneten, und Stiftzeichnungen in der Goldenen
Spirale und in der „Stadt des Orion“.

Sowohl Amslingers zeitlose Fotografien als auch Voths archaisch
anmutende Zeichnungen sind grundsätzlich elementare Bilder, die „jenseits der Zeit“ in dieser Ausstellung und dem wunderbaren Katalog, der von den Künstlern gestaltet wurde, zusammenfinden.

Das Kunstmuseum Bayreuth bietet hierzu ein umfangreiches Vermittlungsprogramm. Zu sehen ist außerdem der Film „Stadt des Orion“.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
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Ausstellungshalle Neues Rathaus
Luitpoldplatz 13, Bayreuth

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr
Freitag 9 bis 15 Uhr

Juli / August auch Samstag und Sonntag
10 bis 14 Uhr