Film: Impressionen zur Ausstellungseröffnung – 03. Juli 2016


Miron Schmückle UNA TERZA NATURA

Vom 3. Juli bis 9. Oktober 2016 im Kunstmuseum Bayreuth

Miron Schmückle, 1966 in Sibiu (Rumänien) geboren, studierte an der Muthesius-Schule in Kiel und erhielt mehrere Preise und Stipendien, darunter den Gottfried-Brockmann-Preis der Landeshauptstadt Kiel, das Stipendium des Kunstfonds Bonn und der Villa Concordia in Bamberg. Das Werk des jungen Künstlers war in Kiel, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Bologna, San Francisco, New York, Paris und Sibiu zu sehen.

Unter dem Titel Una terza natura zeigt das Kunstmuseum Bayreuth eine Auswahl seiner Aquarell-/Farbtusche-Malereien und Zeichnungen aus den letzten sieben Jahren.

„Im weitesten Sinne gehen meine Arbeiten auf eine Auseinander--
setzung mit unterschiedlichen bildlichen wie philosophischen Traditionen 
der Naturbetrachtung und Naturrepräsentation zurück. In Anlehnung 
an naturwissenschaftliche botanische Zeichnungen entstanden bereits 
seit Ende der 1990er Jahre erste Arbeitszyklen, in denen eine er-
dachte Pflanzenwelt portraitiert wird. Diese imaginäre Botanik 
bildet den Fundus für neue Werkgruppen, in denen der Fokus 
auf die Bildkomposition gerichtet wird und die Bildallegorik in den Vordergrund rückt. Naturkontemplation und Naturbeobachtung werden genauso impliziert wie Strategien und Formeln des deskriptiven Naturstudiums.

Der Titel der Ausstellung Una terza natura (Eine dritte Natur) geht auf den 
Begriff des italienischen Humanisten Jacopo Bonfadio (1508 – 1550) zurück. 
In der Beschreibung eines norditalienischen Renaissance-Gartens bezeichnete Bonfadio damit eine durch die Kunst ergänzte / veredelte Natur. Der Titel wird auch im Zusammenhang meiner Dissertationsschrift von 2016 „Quod in fructibus humor, hoc in hominibus est amor (Wie in den Früchten der Saft, so ist in den Menschen die Liebe) – Eine Studie zu Joris Hoefnagels 
(1542 – 1600) Kabinettminiaturen“ benutzt. Meine These verweist auf die terza natura als allegorische Komponente der barocken Blumenstil-
leben-Malerei. In diesem Zusammenhang steht sie für die Gartennatur. In einer Serie großformatiger Graphit-Zeichnungen und Farbtuschemalereien, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, nehme ich direkt Bezug zu dieser Thematik auf.“ (Schmückle)

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
Diesen können Sie PDF-Datei herunterladen.


Film: Impressionen zur Ausstellungseröffnung – 10. Juli 2016


Werner Knaupp: Fotografien „…den Blumen unter den Rock geschaut…“

10. Juli bis 28. August 2016 in der Ausstellungshalle im Neues Rathaus

Das Werk von Werner Knaupp war stets bestimmt von seiner Suche nach extremen Orten und Grenzerfahrungen. In den siebziger Jahren ermöglichte Prof. Dr. Felix Böcker Werner Knaupp als Hilfspfleger im Bayreuther Nervenkrankenhaus zu arbeiten. Nach dieser Zeit entstanden eindringliche Zeichnungen. Die Bilder aus der Serie „Verbrennungen“ waren inspiriert von seinem Aufenthalt in Sterbehäusern der Mutter Teresa in Kalkutta und von seiner Arbeit im Nürnberger Krematorium. In Island faszinierte ihn die Gewalt der Natur zwischen Wasser und Feuer, die die Unbedeutsamkeit des Menschen zeigt. In großen Acrylbildern setzte er diese Kraft in Farbmaterie, „Verwerfungen, Furchungen, knotigen Verdickungen“ (Peter Anselm Riedl) um.

Erste Werke von Werner Knaupp zeigte das Kunstmuseum Bayreuth 2010 in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus im Rahmen einer Präsentation der Schenkung von Prof. Dr. Felix und Sybille Böcker. 2011 waren im Alten Barockrathaus die „Nordmeerbilder“ zu sehen. Zu seinem 80. Geburtstag zeigt das Kunstmuseum Bayreuth in diesem Sommer in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus seine neuen, großen, stark farbigen Fotoserien.

„Der Gegensatz könnte nicht größer sein. Statt der Imagination die Realität. Statt der Malerei die Fotografie. Statt der Oberflächen­reliefs der in vielen Schichten aufgetragenen Acrylfarbe die makellose Glätte der auf Alu-Dibond kaschierten Prints. Statt schwarz und weiß die Farbe…“ (Thomas Heyden im Katalog).

In den letzten vier Jahren ist der Künstler mit der Kamera durch den häuslichen Garten gegangen und hat „den Blumen unter den Rock geschaut“ (Knaupp). Dabei hat er den ungewöhnlichen Blickwinkel eines Insekts eingenommen, für das eine Blüte ein Haus oder ein Platz ist. Dabei erscheinen die Blüten und Blätter der Pflanzen in sehr starken Farben und Formen.

Das Licht, das durch die halbtransparenten Blütenblätter fällt, verändert die Farben. Grenzen zwischen innen und außen, oben und unten, groß und klein verschwimmen. Farbexplosionen breiten sich aus, die sich als schillernde Blütenblätter entpuppen. Hier wirkt eine „Natur ohne menschliches Maß“ (Knaupp).

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
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Ausstellungshalle Neues Rathaus
Luitpoldplatz 13, Bayreuth

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr
Freitag 9 bis 15 Uhr

Juli / August auch Samstag und Sonntag
10 bis 14 Uhr