Film: Impressionen zur Austellung Marcello Morandini - Architekturdesign

MARCELLO MORANDINI – KUNSTARCHITEKTURDESIGN

Vom 22. Juni bis 26. Oktober 2014 im Kunstmuseum Bayreuth

Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseum Bayreuth steht im ersten Halbjahr 2014 unter dem Thema „Italien“. Nach einer faszinierenden Schau von italienischen Holzschnitten aus der Bayreuther Partnerstadt La Spezia ist ab dem 22. Juni das große Multitalent Marcello Morandini im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen.

Morandini hat Kunst, Architektur und Design zusammengeführt, und so ist es logisch, dass der – von ihm so ausgewählte – Titel der Ausstellung diese Begriffe zu einem einzigen zusammenzieht. Seine Bilder wirken räumlich, seine Gebäude sind Skulpturen und seine Skulpturen verunklären den Raum.

Nach dem Studium an der Kunstakademie von Brera arbeitete Marcello Morandini (*1940) als Designer und Graphiker in der Industrie und in der Werbung. 1962 eröffnet er ein eigenes Werbebüro in Varese.
Seit den 1980er Jahren wirkt er auch in Singapur. Dort entstanden wichtige Architektur-Entwürfe. Immer wieder leistet sich 
Morandini Ausflüge auch ins Design: 2001 gründete er das „centro 
editoriale di design Marienza“. Erste dreidimensionale Objekte entstehen ab 1964. 1968 nahm Morandini an der XXXIV. Biennale von Venedig teil, 1977 an der documenta 6. Eine besondere Auszeichnung war der Titel „Honorary Royal Designer for Industry“ (HonRDI), den ihm die Royal Society of Arts in London im Jahr 2004 verlieh.

In Oberfranken ist er kein Unbekannter mehr. In der Region eingeführt hat ihn Prof. Eugen Gomringer, als er ihn damit beauftragte, Entwürfe für die Firma Rosenthal zu entwickeln. Mit seiner Fassade für das „Kleine Museum – Kultur auf der Peunt“ in Weißenstadt schuf er ein Signal der Konkreten Kunst.

Signalwirkung haben auch seine zahlreichen Skulpturen im öffentlichen Raum, die er unter anderem für Selb und Ingolstadt gestaltete. Für ein Museum, wie das Kunstmuseum Bayreuth, das auf Arbeiten mit und auf Papier spezialisiert ist, ist diese Ausstellung nur zum Teil ein Ausflug in benachbarte Disziplinen.

Denn neben zahlreichen Skulpturen, Architekturfotografien und 
Design-Objekten werden auch wertvolle Originalzeichnungen zu 
sehen sein.

Wie immer begleitet ein umfangreiches museumspädagogisches Programm mit Vorträgen, Führungen und praktischen Angeboten und speziell für Schulklassen, KinderKunstKurse und Senioren die Ausstellung. Außerdem gibt es besondere Angebote am Tag des offenen Denkmals (14.9.) und zur interkulturellen Woche.
Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 22. Juni um 11 Uhr mit einer Einführung von Prof. Eugen Gomringer eröffnet.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
Diesen können Sie PDF-Datei herunterladen.


PINSELTANZ UND VOGELBILD – Ostasiatische Tuschmalerei und Kalligraphie aus der Sammlung Walter Gebhard

Vom 7. November 2014 bis 1. März 2015 im Kunstmuseum Bayreuth

„So viele Jahre dieses Glück genießend“ lautet die Übersetzung der
Kalligraphie, die zusammen mit dem Bild eines Beos auf einem Kiefernzweig den Titel dieser Ausstellung bildet. Beide stammen wohl aus dem 17. Jahrhundert.

„Dem Aufsetzen eines mit schwarzer Tusche gefüllten, weichen oder sperrigen, nah oder in Armweite geführten Pinsels auf eigenwillige allerfeinste oder widersetzlich grobe Unterlagen aus unterschiedlichstem Material eignet eine solche Vielzahl von Möglichkeiten und Resultaten, dass man vom Abenteuer der Pinselführung sprechen muss. Geht dem Schreiben oder Malen ein selbst ‚professionell‘ zu nennender Arbeitsgang voraus – das Reiben der Tusche bis zu der gewünschten Dichte, so muss wegen der Gefährlichkeit des Tuns notwendig eine Konzentration auf alle Elemente der ‚Beteiligung‘ folgen. Sie umfasst Körper-, Arm- und Handhaltungen, sie aktualisiert Blickformen und kontrolliert schließlich jene relativ kurzen Strichbewegungen, aus denen sich das fernöstliche Pinselzeichen zusammenfügt. Es muss nicht weniger als fünf deutlich unterschiedenen Schrifttypen genügen. Dabei entwickelt sich ein Widerspruch – um nicht von Dialektik zu sprechen – zwischen dem Zeichen-Vorrat und der Zeichen-Führung. Seit der Entstehung der Pinsel-Kalligraphie um die Zeitenwende wirken die Grundlagen der Erfindung – Ansporn durch die Fährten-Spuren von Wild und Vögeln, genuine Bildlichkeit der Grapheme u. a. – als Momente weiter, die den jeweiligen Vollzug seiner ‚Individualisierung‘ annähern.“ So schreibt der emeritierte Germanistik-Professor, Literaturwissenschaftler und passionierte Sammler ostasiatischer Malerei und Kalligraphie Walter Gebhard in der Einführung des die Ausstellung im Kunstmuseum Bayreuth begleitenden Kataloges.

Tuschmalerei und Kalligraphie sind verwandte Künste. Während die chinesische Kalligraphie sich schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus zu einer Klassik entwickelt hatte und seitdem als die ‚erste‘ der Künste gilt, wurde die Farben gegenüber zurückhaltende Tuschemalerei erst um 1000 in der Song-Dynastie und unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus zu einer führenden Kunst. Für Japan gewann diese ihrerseits den Stellenwert einer nachzuahmenden Klassik. So hat im 14. Jahrhundert der Ashikaga-Shogun die Sammlung chinesischer Bilder veranlasst, und nach seiner China-Reise brachte Sesshû Tôyô im 15. Jahrhundert die Ideale des chinesischen Stils nach Japan. Dazu gehört auch die Gestaltung von nahezu leeren Räumen, besonders aber das freie Spiel mit einem Pinsel, der nicht mehr Umrisse zeichnet, sondern lavieren, ja spritzen darf – oder sogar von malenden Fingern ersetzt wird. So ist manchmal in der ostasiatischen Kunst kaum auszumachen, ob eine schwungvolle graphische Pinsellinie eher Zeichen oder eher Zeichnung darstellt.

Mit der vorsichtigen Öffnung Japans dem Westen gegenüber entstand auch ein kultureller reger Austausch, der sich zum Beispiel auf den japanischen Holzschnitt auswirkte, der wiederum die Impressionisten oder auch Paul Gauguin stark beeinflussten.

Aus dem Besten der Sammlung von Walter Gebhard zeigt das Kunstmuseum Bayreuth vom 7. November 2014 bis zum 1. März 2015 eine Auswahl von ca. 100 Einzelwerken von bedeutenden chinesischen und japanischen Künstlern und Schulen seit dem 15. Jahrhundert.

Dazu zeigt das Kunstmuseum Bayreuth bis 31. Dezember 2014 Japanische Holzschnitte aus der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung und ab dem 4. Januar 2015 Plakate aus Asien aus dem Plakatmuseum im Kunstmuseum.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.
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