A. D. Trantenroth – Objekte und Gedanken aus dem Künstlernachlass

ZUR AUSSTELLUNG

Diese Ausstellung ermöglicht erstmals einen umfassenden Einblick in den künstlerischen Nachlass des oberfränkischen Bildhauers Artur Dieter Trantenroth. Präsentiert werden Kunstwerke und auch die vielfältigen Spuren seiner künstlerischen Arbeitsweise: Skizzen, Notizen, Fotografien, Materialien unterschiedlichster Art, Fundstücke und Modelle geben Einblick in die Gedanken- und Wahrnehmungswelt des Künstlers.

Objekte und Skulpturen aus Holz, Stein und unterschiedlichen Gebrauchsmaterialien für den öffentlichen Raum und ganz spezifisch auf die jeweiligen besonderen örtlichen Gegebenheiten abgestimmt, prägen das Werk Trantenroths. Alltägliche Dinge und scheinbar zufällig entstandene Situationen in der Natur begegnen dabei künstlerisch erarbeiteten Formen. Scharniere, Haken, Seile und Schläuche erhalten durch den konzeptionellen Blick des Bildhauers neue Bedeutungen und Aufgaben.

Der Wahrnehmung der Welt, der unmittelbaren Umgebung und dem Verhältnis von Form, Material, Raum, Licht und Körper wird in der Ausstellung auch durch die Präsentation von Zeichnungen, Fotografie-Serien sowie ausgesuchten Archivmaterialien aus dem Nachlass nachgespürt. Besonders die Skizzen und Fotografien eröffnen einen unmittelbaren Zugang zu Trantenroths Denken und Arbeiten. Sie dokumentieren Beobachtungen, Ideen und formale Überlegungen und machen sichtbar, wie sich aus ersten Impulsen konkrete Arbeiten entwickeln konnten.

Die Ausstellung, die sich über sieben Räume erstreckt, versteht sich damit nicht allein als Präsentation abgeschlossener Werke. Sie lädt dazu ein, den künstlerischen Kosmos von A. D. Trantenroth aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken und den Spuren einer besonderen und eigenen künstlerischen Wirklichkeitswahrnehmung nachzugehen.

Ein einzigartiges künstlerisches Werk erhält durch die ausgewählten Objekte, Arbeitsmaterialien und Archivstücke in seiner Vielfalt und Offenheit einen Erlebnis- und Resonanzraum.

 

ZUM NACHLASS

Der Nachlass wurde in den vergangenen Jahren aufgearbeitet und erfasst. Ausgewählte Objekte, Skulpturen und analoge Fotografien wurden digitalisiert. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit der Diplom-Restauratorin Anja Eichler und dem bildenden Künstler (Diplom Malerei/Grafik) Felix Lorenz, wodurch der Künstlernachlass Objekt für Objekt, Zeichnung um Zeichnung und Materialschachtel um Schachtel für die Zukunft gesichert werden konnte. Objekte, die dringend eine professionelle Reinigung, Instandsetzung und weitere konservatorische Maßnahmen benötigten, wurden zum Erhalt des Werkes minimalinvasiv behandelt.

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, diesen Bestand, der 2019 als Dauerleihgabe der Oberfrankenstiftung an das Kunstmuseum Bayreuth übergeben wurde, erstmals in aufgearbeiteter Form zu erleben und den Künstler A. D. Trantenroth über seine Werke ebenso wie über die erhaltenen Spuren seines Arbeitens neu zu entdecken.

 

ZUM KÜNSTLER

Artur Dieter Trantenroth wurde 1940 in Bochum geboren und starb 2019 in Selb. Nach einer abgeschlossenen Lehre als Augenoptiker und als Keramiker studierte er von 1964 bis 1968 Keramik und Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Uli Günther und Herbert Baumann. Danach arbeitete Trantenroth als freischaffender Bildhauer zunächst in Wunsiedel im Fichtelgebirge, später im Nürnberger Raum. Er erhielt von 1972 bis 1973 ein Arbeitsstipendium des Kulturkreises im BDI (Steinwerk Zeidler + Wimmel, Kirchheim) und 1975 den Förderpreis des Freistaates Bayern. 1978 verlieh

ihm die Akademie der Künste Berlin den Kunstpreis Berlin. Zwischen 1979 und 1980 übernahm Trantenroth eine Lehr-tätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste München und war bis 1985 in Bocholt als Stadtkünstler tätig. 1985 kehrte er zurück nach Weißenstadt ins Fichtelgebirge. 1988 erhielt Trantenroth ein Werkstipendium des Kunstfonds e. V. in Bonn.

Zwischen 1968 und 1988 nahm er an zahlreichen Symposien u.a. 1971 in Burlington, Vermont, in den USA und dem Symposion Urbanum in Nürnberg teil, sowie von 1979 bis 1980 am 1. Internationalen Stahlsymposium „Stadt und Bildhauerei“ in Bochum.

Auch im Zuge der Symposien setzte Trantenroth zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum um. Darüber hinaus sind seine Werke vielerorts noch heute vorhanden und zugänglich. In Bayreuth finden sich in der Friedrichstraße am ehemaligen Sitz der Oberfrankenstiftung polierte Edelstahlwinkel als Bodenstücke eingelassen und ein Edelstahlstab, Höhe 1,92 m.

Seine Zeichnungen, Objekte und Installationen sind in über 30 institutionellen Sammlungen in Deutschland und im Museum Burlington, Vermont, USA vertreten. Er war an über 100 Ausstellungen beteiligt und zeigte seine Arbeiten in über 40 Einzelausstellungen.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer und den Pressebildern zur Ausstellung.

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Endless summer – Ein Sommer, der nie endet

In dieser Ausstellung versammelt Linda Männel Eindrücke von zahlreichen Reisen – Bilder und Erinnerungen, die für einen
Moment den Alltag bei Seite rücken lassen.

„Es liegt eine eigentümliche Absurdität darin: Im durch getakteten Alltag fehlt uns oft die Zeit, innezuhalten, die Natur wahrzunehmen oder die Schönheit des Kleinen zu sehen. Wir hetzen durch das Jahr, um uns in wenigen Wochen davon zu erholen. Und selbst dort, wohin wir unsere Sehnsucht richten, hinterlassen wir Spuren. Wir reisen an Orte, um Ruhe, Weite und Ursprünglichkeit zu finden – und tragen durch unsere bloße Anwesenheit dazu bei, dass genau das verschwindet.

Die Arbeiten erzählen von dieser Spannung: von der Sehnsucht nach dem Draußen, vom kurzen Innehalten und von der Frage, was wir mitnehmen – und was wir zurücklassen.“, so die Künstlerin.

Zu sehen sind Malerei und Zeichnung mit Tusche auf Leinwand. Schemenhaft setzen sich Ausschnitte des Himmels, des Meeres und der Pflanzenwelt zu Landschaften zusammen. In den Bildern zeigen sich Fantasie- und ganz reale Sehnsuchtsorte. Die Leinwände sind linienhaft mit eingefärbten Wollfäden durchzogen. Diese Form der Stickerei lässt ein dreidimensionales Bild entstehen, ein textiles Objekt. Bei manchen ihrer Objekte scheint die Farbe regelrecht aus der Leinwand herauszulaufen. In ihrer aktuellen Installation thematisiert Linda
Männel die touristische Überflutung vieler Sehnsuchtsorte. In buntgestreiften Stoffzelten sind Bilder dieser Orte, wie in einem Kokon präsentiert. Im ersten Moment vor neugierigen Blicken geschützt, laden die Zelte dazu ein, sie dennoch zu betreten. Das Zögern und die getroffene Entscheidung, einen Blick zu erhaschen, lässt sich immer wieder aufs Neue erleben.

In dieser Ausstellung wird das breite Schaffen der Künstlerin
Linda Männel erfahrbar.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung.

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